Wie man aus sozialen Netzwerken asoziale Netzwerke gemacht hat

Eigentlich begann heute mein Tag ganz normal, ich schaute bei Facebook die Nachrichten durch, kommentierte einiges und hatte mir einen schönen Spruch des Tages ausgedacht.

Gerade zur Faschingszeit dachte ich an etwas Satire. Daher formulierte ich diesen Post:

Ich fand ihn ganz witzig und habe mir ehrlich gesagt nichts dabei gedacht und bin Frühstücken gegangen. Nach dem gemütlichen Samstagsfrühstück mit der Familie ging ich zurück an den PC und staunte nicht schlecht.

Ich musste das lesen:

Diese Funktion ist vorübergehend blockiert

  • Du hast kürzlich etwas gepostet, das die Facebook-Richtlinien verletzt, daher wurde die Benutzung dieser Funktion für dich vorübergehend gesperrt. Für mehr Informationen besuche den Facebook-Hilfebereich. Um künftig nicht wieder gesperrt zu werden, vergewissere dich, die Facebook-Gemeinschaftsstandards gelesen und verstanden zu haben.

Die Blockierung ist noch 6 Tage und 23 Stunden aktiv.

Natürlich habe ich gleich Widerspruch eingelegt:

Hier der Text:

Mein Text war eine Satire und hat nicht gegen die Gemeinschaftsbestimmungen verstoßen. Ich habe in keinster Weise Facebook-Richtlinien verletzt.

Durch drei lächelnde Smilys war der Text eindeutig als Satire gekennzeichnet!

Als Journalist und parteiloser Kandidat für den Bundestag im Jahr 2017 sehe ich es als meine Pflicht an, auf gesellschaftliche Wiedersprüche, auch in Form von Satire hinzuweisen. Dies ist ein Teil meines Jobs und meiner Verantwortung geüber den über 12500 Wählern, die ihre Stimme für mich abgegeben haben.

 Aus diesem Grund fordere ich Sie auf die ungerechtfertigte Blockierung sofort aufzuheben.

Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

Gerade gestern schrieb mein Freund Ronny Weber zum Thema:

Seit Inkrafttreten des Netzwerkzersetzungsgesetzes (oder wie das heißt) verliere ich ca. 5-10 Facebook-Freunde täglich. Ohne Feedback oder nachvollziehbaren Grund.
Anderen fehlen auf einen Schlag hunderte; teilweise die eigene Ehefrau.

Ich schaue bei mir wichtigen Personen gelegentlich nach, ob wir nicht unwissentlich schon getrennt wurden. Meistens habe ich Glück. 😉

Ansonsten wird Facebook mit solchen Aktivitäten (egal ob durch aktives Tun oder einfach nur Dulden) bald dort sein, wo StudiVZ, MySpace oder AOL schon sind.

Genau das ist es, was ich meine. Die Demokratisierung der Medien in Form von Social Media hatte sich zu einem wirksamen Korrektiv entwickelt, um echten Meinungspluralismus gegenüber den „meinungsbildenden Medien“ zu ermöglichen.

Waren es noch vor einigen Jahren wenige Sender die gefilterte und „nur gewollte“ Nachrichten an eine breite Masse aussenden konnten, entwickelte sich durch Social Media die breite Masse selbst zum Sender. Das Internet ermöglichte, dass jeder mit wenigen Mausklicks Quellen überprüfen kann, Widersprüche aufzeigen kann und eigene Sichtweisen darlegen kann.

Diese Entwicklung ist natürlich eine Gefahr für die bestehenden Machthaber, die es dadurch schwieriger haben ihre Interessen durchzusetzen. Zu Anfang stand man dieser Entwicklung hilflos gegenüber. Ich erinnere mich da noch genau, als damals die Medien bei dem Fall von Karl Theodor zu Guttenberg, das erste Mal die Kraft der Sozialen Medien spüren mussten und wie hilflos man in den Redaktionen reagierte.

Doch inzwischen hat man gelernt oder auch nicht. Man hat das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ auf den Weg gebracht. Interessant ist, dass sich auch das Fachmagazin für Journalisten des DJV „Journalist“  dem Thema widmete – Der DJV Vorsitzende schrieb dazu:

Ebenso gab es ein Pro und Contra:

Resümierend möchte ich feststellen, dass Zensur immer von totalitären Systemen eingesetzt wird, um deren Machterhalt zu garantieren. Die Facebook Sperren sind sozusagen die Bücherverbrennungen unserer Zeit.

Die Geschichte hat allerdings auch gezeigt, dass Zensur in welcher Form auch immer, eher das Gegenteil erreicht hat. Sollte es nicht Facebook sein, wird es andere Kommunikationsmöglichkeiten geben.

Ich bin beispielsweise auf Twitter vertreten:
https://twitter.com/Heiko_Richter_Z

Und natürlich auf VK
https://vk.com/heikorichter

Natürlich kann man mich auch in whatsapp erreichen 0177 2170610 (genauso wie mit einer klassischen SMS).

7 Tage gehen vorbei, beim nächsten Mal sind es dann wahrscheinlich 30 Tage.

In den Facebook Knast kann man mich stecken, aber man wird nicht erreichen, dass ich meine Meinung nicht sage.

Auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland, hat ein schlauer Mensch einmal gesagt, jeder Inhalt findet seine Leser und Zuschauer.

In diesem Sinne wünsche ich ein erholsames Wochenende und eine schöne Woche

Heiko Richter
10.02.2018

Der Text darf gern geteilt und verbreitet werden!

 

 

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