Flugzeugabsturz in ein Wohngebiet bei Zwickau – zwei Tote

Für 3. / 4. September 2006

 

 

Am Nachmittag des 3. September stürzte in Stenn ein Leichtflugzeug in ein bewohntes Gebiet. Der Flieger stürzte auf die Straße dabei lief Kerosin aus, und es kam zur Explosion. Anwohner versuchten das Feuer zu löschen.

Wohnhäuser wurden nicht beschädigt. Zur Unfallursache ermittelt die Polizei.

 

Bilder:

  • Unfallstelle
  • Polizei
  • Zertrümmertes Flugzeug
  • Einsatzkräfte
  • Anwohner
  • Ermittler

 

O-Ton:

 

Volker Kroh -  PD Südwestsachsen

 

 

Pressebericht der PD Südwestsachsen  dazu:

Ultraleichtflugzeug abgestürzt – Zwei Tote

 

Lichtentanne – Am Sonntag ist kurz nach 16 Uhr in der Ortslage Stenn, Wiesenweg ein Ultraleichtflugzeug, besetzt mit zwei Personen, abgestürzt. Nach dem Aufschlag ist die Maschine in Brand geraten. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Lichtentanne, Schönfels und Stenn waren im Einsatz. Trotz aller Bemühungen war es ihnen nicht möglich, die Besatzung lebend aus dem Wrack zu bergen.

Das im Flugzeug befindliche Ehepaar war am Samstag auf dem Zwickauer Flugplatz gelandet, um Verwandte zu besuchen. Am Sonntag begannen sie gegen 16 Uhr ihren Rückflug nach Baden-Württemberg. Kurz nach dem Start kam es dann aus nach nicht geklärter Ursache zu der Katastrophe.

Die Maschine stürzte zwischen bebauten Grundstücken auf die Wohngebietsstraße der Siedlung am Wiesenweg, ohne dass weitere Personen oder Sachen beschädigt wurden.

An der Unfallstelle war ein Vertreter der Flugunfalluntersuchungsstelle Braunschweig anwesend. In Abstimmung mit ihm werden die weiteren Untersuchungen zum Absturz des Flugzeuges durch die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Südwestsachsen geführt.

Die Staatsanwaltschaft Zwickau/Plauen hat die Leitung des Ermittlungsverfahrens übernommen und eine Sektion der Leichen angeordnet. 

Die Wrackteile sind geborgen und sichergestellt.

Die Kripo, Telefon 0375/ 428 4480 sucht Zeugen aus dem Bereich von Lichtentanne, Stenn  und Schönfels,  die das Flugzeug kurz nach 16 Uhr am Himmel beobachtet haben und etwas zur Flugrichtung, Fluglage bzw. zu den Fluggeräuschen sagen können.

 

Ergänzung 04.09.2006

Ermittlungen zum Flugzeugabsturz dauern an

 

Lichtentanne - Die Kriminalpolizei ermittelt weiter im Zusammenhang mit dem am Sonntag, kurz nach 16 Uhr erfolgten Absturz eines Ultraleichtflugzeuges auf dem Wiesenweg in Stenn.

Bei den ums Leben gekommenen Personen dürfte es sich um ein Ehepaar (er 39, sie 34) aus dem badenwürtembergischen Bereich um Aalen handeln. Eine 100-ige Bestätigung wird erst nach einem DNA-Vergleich vorliegen.

Das leichte Motorflugzeug vom Typ „Zephyr“ ist auf den verunglückten Piloten zugelassen und sein Eigentum.

Das Flugzeug war am Samstag, kurz nach 15 Uhr auf dem Flugplatz in Zwickau gelandet und hat, wie bereits mitgeteilt, am Sonntag gegen 16 Uhr Zwickau wieder verlassen.

Die Ermittlungen zur Absturzursache dauern an.

Nach wie vor bittet die Kripo in Zwickau, Telefon 0375/ 428 4480 Zeugen, die das Flugzeug kurz oder während des Absturzes gesehen haben, sich zu melden.

 

Ergänzung 08.09.2006 

Ermittlungsstand zum Flugzeugabsturz vom vergangenen Sonntag 

Lichtentanne – Die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Südwestsachsen arbeitet weiter an den Ermittlungen zur Aufklärung der Ursachen und Hintergründe des Flugzeugabsturzes in der Gemeinde Stenn, Wiesenweg vom Sonntag, dem 3. September 2006, kurz nach 16 Uhr (wir berichteten).

Bisher konnten nachstehende Erkenntnisse erlangt werden: Es ist mittlerweile sicher, dass es sich bei den ums Leben gekommenen Insassen um Anton H. (39), englischer Staatsbürger und dessen deutsche Ehefrau Christin (34) aus Essingen (Baden-Württemberg) handelt.

Anton H. war am Samstag im bayerischen Nördlingen gestartet und nach Zwickau geflogen. Hier wollte er seine Frau abholen, die sich schon einige Tage bei ihren Eltern in Zwickau aufgehalten hat.

Das Flugzeug vom Typ „Zephyr“ landete am Samstagnachmittag in Zwickau und stand bis zum Rückflug, am Sonntag, gegen 16 Uhr auf dem Gelände des Flugplatzes an der Reichenbacher Straße.

Aufgrund des am Sonntag in Zwickau herrschenden schlechten Wetters (Regen, böiger Wind) war zunächst angedacht, die Rückreise nach Essingen mit einem Pkw der Schwiegereltern durchzuführen.

Nach Durchsicht des Wetterberichtes und der Aussichten, ab Hof mit freundlicherem Wetter rechnen zu können, entschloss sich das Ehepaar doch dazu, das Flugzeug zu nehmen.

Kurz nach dem Start, etwa drei bis vier Kilometer vom Flugplatz entfernt (Gemeinde Lichtentanne) müssen Probleme während des Fluges aufgetreten sein. Zeugenaussagen sprechen von Aussetzern des Motors und einer relativ niedrigen Flughöhe.

Ein rapider Geschwindigkeitsverlust führte über dem Wiesenweg zu einer Kopflastigkeit der Maschine und sie stürzte fast senkrecht auf die Straße. Dort ging sie in Flammen auf.

Der fast senkrechte Aufprall auf der Erde bestätigt sich in der konzentrierten Verteilung der Trümmer um die Aufschlagstelle sowie dem Umstand, dass weder Straßenlaternen noch Bauwerke gestreift bzw. beschädigt worden sind.

Ob zur Instabilität des Flugzeuges eine Windböe zusätzlich noch beitrug, kann nicht gesagt werden.

Jedenfalls entwickelte sich die Absturzsituation für die Insassen so überraschend, dass sie nicht mehr in der Lage waren, das Rettungssystem auszulösen.

Erst durch den Aufschlag am Boden, oder viel wahrscheinlicher, durch das anschließende Feuer, ist der Treibsatz des Rettungsschirmes gezündet worden. Die Rakete schoss von der Aufschlagstelle aus in ca. einem Meter Höhe über dem Erdboden auf ein Grundstück zu und schlug in den oberen Rand eines Metallgartentores (Grundstückszugang) ein, prallte ab und beschädigte mehrere Elemente eines daneben befindlichen Holzzaunes.

Die am letzten Montag durchgeführte Gerichtssektion ergab, dass das Ehepaar bei dem Aufprall auf die Straße und den dabei erlittenen schweren Verletzungen ums Leben kam.